Tag des offenen Denkmals und Herbstmarkt in Adelebsen

Dieser Eintrag erschien zuerst am 12.9.2018 auf der Seite des Steinarbeitermuseums Adelebsen unter https://steinarbeitermuseum.de/2018/09/12/tag-des-offenen-denkmals-und-herbstmarkt/

Herbstmarkt in Adelebsen am Tag des offenen Denkmals 2018
Herbstmarkt in Adelebsen am Tag des offenen Denkmals 2018. Foto: Museum für Steinarbeit – Verein für ländliches Alltagsleben e.V. 2018.


Auch dieses Jahr hat der Museumsverein [Museum für Steinarbeit – Verein für ländliches Alltagsleben e.V., Anm. d. Red.] wieder mit einer Veranstaltung am Tag des offenen Denkmals am 9. September teilgenommen. Das Museum befindet sich in einem 1844 erbauten Fachwerkgebäude, welches bis 1957 als Schule mit Lehrerwohnung genutzt wurde und heute unter Denkmalschutz steht.
In Verbindung mit der benachbarten St. Martini-Kirche und dem Schloss mit Bergfried waren 3 historische Orte an diesem Tag zugänglich.
Am Museum wurde zusätzlich ein Herbstmarkt angeboten, den die Besucher für einen kleinen Bummel oder auch eine Ruhepause nutzen konnten. Es gab Selbstgemachtes, Eingemachtes, Herzhaftes, Kaffee und Kuchen. Aussteller und Hobbykünstler boten ihre Produkte zum Thema „Herbst“ und „Erntedank“ an.

Das spätsommerliche Wetter führte dazu, dass zahlreiche Besucher ihren Weg nach Adelebsen fanden. Auf dem Herbstmarkt gab es ein vielfältiges Angebot. Dieses ging von selbst gestrickten Strümpfen und neuem aus Weißwäsche über Basteleien und Fruchtaufstrichen bis hin zu selbst gemachten Metallkunstwerken, sowie Mode- und Silberschmuck.

Im Museum führte Hartmut Koch durch die Ausstellung „Fernmeldetechnik früher“, welche in den letzten Wochen noch durch 2 Fernschreiber ergänzt wurde. In dieser Ausstellung hatten insbesondere jugendliche Besucher viel Spaß. Die Nutzung einer Wählscheibe war für viele Kinder ein Erlebnis. Diverse Telefone sind miteinander verbunden und man kann sich gegenseitig über verschiedene Geräte aus DDR- und BRD-Produktion anrufen.

Fotos: Museum für Steinarbeit – Verein für ländliches Alltagsleben e.V. 2018.

Falls jemand nach dem reichhaltigen Angebot eine kurze Pause brauchte, hatte die Mannschaft des Museumsvereins gut vorgesorgt. Am Grill gab es Geschnetzeltes, Rippchen und Haxe und am Kuchenstand selbstgebackenen Kuchen.

Text: Gerhard Elsner, Adelebsen.

Lieblingsobjekte: Barttasse im Keramik.um

Manche Objekte haben etwas Besonders an sich: Vielleicht sind sie besonders schön oder sie haben eine besondere Geschichte – oder sie gefallen „einfach so“. In der Kategorie „Lieblingsobjekte“ stellen wir solche Stücke vor.

Um Deinen schönen Bart zu schonen, wird sich Gebrauch der Tasse lohnen.“ Barttasse, um 1900, im Keramik.um in Fredelsloh. Foto: C. Ewald 2018.

Was haben schusssichere Westen, Sonnencreme und Barttassen gemeinsam?

Das Keramik.um im Töpferdorf Fredelsloh zeigt seit 2011 die Geschichte der lokalen Töpferkultur. Auch sonst lässt sich hier „alles“ über Keramik erfahren: Wie sehen die ersten Keramiken der Menschheit aus? Was genau ist eigentlich Porzellan? Und wie war das nochmal mit den Westen und der Sonnencreme?

In vielen modernen Schutzwesten ist Keramik gleich zweifach verarbeitet: Als Platten aus Oxidkeramik und als Nanopartikel, die die textilen Teile haltbarer machen. Diese Titandioxid Partikel finden sich auch in mineralischen Sonnencremes, denn sie reflektieren UV Licht und schützen so Haut und Kevlar vor der Sonne. Und Barttassen … sind natürlich aus Keramik, meist sogar aus Porzellan

Vom Luxus zur Massenware


Uhrgehäuse aus der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, um 1760. Foto: Tilmann Franzen, Museum Schloss Fürstenberg (CC-BY 4.0).

Porzellan ist eine Keramiksorte aus Kaolin, Quarz und Feldspat. Erfunden wurde es vor ca. 1500 Jahren in China. In Europa gelang es dagegen erst vor etwa 300 Jahren, echtes Porzellan zu fertigen. Nach diesem Durchbruch 1708/1709 gründeten sich bald unzählige Porzellanmanufakturen, die für den reichen Adel Geschirr und Ziergegenstände herstellten.

Für die meisten Menschen blieb echtes Porzellan jedoch lange unerschwinglich. Als Ende des 18. Jahrhunderts das Bürgertum erstarkte, zog das edle Material nach und nach auch in bürgerliche Haushalte ein. Mit zunehmender Industrialisierung wurde es immer alltäglicher. Neue Formen entstanden, die den Moden und dem Lebensstil der Bürger entsprachen. Dazu gehörten auch kuriose Erfindungen wie die Barttasse

Bürger und Bärte

Werbeanzeige für die Es ist erreicht-Bartwichse vom Hof-Friseur François Haby. Aus „Lustige Blätter“, 15/1900. Gemeinfrei.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trugen nur wenige Bürger Bart. Wer es tat, gab damit eher ein politisches als ein modisches Statement ab. Doch um 1850 änderte sich das: Bart war jetzt modern und kaum ein Mann  blieb glattrasiert.

Ebenso wie viele andere Modeerscheinungen entwickelte auch die Bartmode die kühnsten Auswüchse. Bärte wurden in die ausgefallensten Formen gebracht: Gekämmt und gezwirbelt, mit Öl und Barttoniken behandelt, mit Wachs in Form gebracht und mit speziellen Bartschonern in der Nacht vor dem Zerzausen geschützt.

Auch tagsüber musste der modebewusste Bartträger aufpassen, dass sein Bart in Form blieb. Besonders beim Trinken heißer Getränke war das schwierig. Dampf und Nässe lösten das Bartwachs auf und zerstörten die sorgsam geformten „Kunstwerke“. Außerdem dürfte die Bartwichse den Geschmack des Tees oder Kaffees nicht verbessert haben

Die Barttasse

Doch dann entdeckte der britische Porzellanfabrikant Harvey Adams die Lösung. Er erfand Tassen mit einem kleinen Steg her, der den Bart vor Kontakt mit dem Getränk schützte. Die Barttasse verbreitete sich schnell in Europa und Amerika. Selbst altehrwürdige Porzellanmanufakturen wie Meißen stellten sie her.

Wirklich kostbare Barttassen waren jedoch eher die Ausnahme. Sie waren  nie Teil edler Tee- oder Kaffeeservice. Auch die Tasse im Keramik.um ist ein eher günstiges, industriell gefertigtes Modell, das sich um 1900 viele Menschen leisten konnten. Wie diese waren viele Barttassen mit kleinen Reimen und Sprüchen verziert. (Unten sieht man sogar ein Beispiel auf norwegisch.) Auch das weist darauf hin, dass es sich eher um schöne, ein wenig augenzwinkernde Geschenkartikel handelte.

Bilder obere Reihe von links nach rechts: Barttasse, Tirschenreuth um 1880, Aufglasurbemalung mit Goldstaffagen, um 1880. Foto: Richard Huber 2015. CC-BY-SA 4.0.; Barttasse mit Aufschrift, ca. 1908, Norwegisches Volksmuseum. Foto: Anne-Lise Reinsfelt, Norsk Folkemuseum 2000. CC-BY-SA 4.0.;Barttasse. Foto: Kreismuseum Bitterfeld. CC-BY-NC-SA 3.0. Untere Reihe von links nach rechts: Diverse Barttassen, Mariage Frères Teemuseum. Foto: David Loong 2006. CC-BY-SA 2.0.; Moustache cup with saucer, 1902, England, by John Aynsley & Sons. Gift of Mrs LG Sandlant, 1931. CC BY-NC-ND 4.0. Te Papa (CG000432).

Die extravagante Bartmode hielt sich noch in den frühen 1900er Jahre, wurde aber nach und nach immer schlichter. Nach dem ersten Weltkrieg trug kaum noch jemand Bart. Die elegant geformten Bärte, die durch Barttassen geschützt werden sollten, verschwanden weitgehend und mit ihnen die Barttassen. Doch in der Mode kommt alles wieder: mit dem aktuellen Trend zum „gepflegten Vollbart“ ist mit Bartöl und Bartwachs auch die Barttasse zurückgekehrt.

Charlotte Kalla, Landschaftsverband Südniedersachsen

Die Kirchenfenster der historischen Sammlung Groß Schneen – Teil 5

Seit Juni 2017 präsentiert der Heimatverein Groß Schneen zwei restaurierte Kirchenfenster in seiner Sammlung. Die Fenster stammen aus zwei verschiedenen Groß Schneer Kirchen. Bei dem einen Fenster handelt es sich um ein Buntglasfenster aus dem Jahr 1934 der sogenannten „Unterkirche“ St. Michaelis. Das andere ist ein handbemaltes Fenster von 1894, das aus der „Oberkirche“ St. Nikolai stammt. St. Nikolai wurde 1971 abgerissen.

Teil 5: Was blieb? – Das Glasmalereifenster von St. Nikolai heute.

Viele der liturgische Gegenstände und der Einrichtung von St. Nikolai fanden bald eine neue Heimat und werden bis heute genutzt. Doch das Glasmalereifenster von 1893 war fast vergessen Dann nahm der Heimatverein Groß Schneen sich seiner an und ließ es restaurieren.

Das handgemalte Fenster besteht aus vier Feldern. Diese sind mit einem floralen Muster flächig bemalt. Das Blumenmuster wird von einer Reihe von Zierstreifen, sogenannten Friesen eingerahmt. Der äußerste Streifen, der in der Kirche zum Teil von Putz verdeckt war, ist ganz besonders: Er wurde Bruchstücken und Resten anderer Fenster zusammengesetzt, die zum Teil sehr viel älter sind, als das eigentliche Fenster.

Ausschnitt aus dem Glasmalereifenster.
Der äußerste Rand des Fensters (links) ist aus Resten anderer Fenster zusammengestückelt. Foto: Heimatverein Groß Schnee e.V.

Als es vor einigen Jahren wiedergefunden wurde, war der Zustand des Fensters zu schlecht, um es ausstellen zu können. Deshalb waren umfangreiche Restaurierungsarbeiten notwendig, bevor das Fenster seinen Platz in der Historischen Sammlung einnehmen konnte:

  • Ersatz zerstörter und fehlender Einzelgläser 
  • Kleben gesprungenen Gläser
  • Löten gebrochener Bleie und Lötstellen
  • Erneuerung bzw. Neuverbleiung der Randbleie
  • Verstreichen mit zähflüssigem Leinölfirnis und Abreinigung mit Sägespänen und Schlämmkreide
  • Auflötung von Kupferhaften zur Befestigung der Windeisen
  • Herstellung eines Eisenrahmens aus Profilen mit oberen Stichbogen und drei Sturmeiseneinteilungen mit Deckschienen
Beide Kirchenfenster, Orgenpfeifen und die Kirchturmspitze von St. Nikolai in der Historischen Sammlung. Foto: Heimatverein Groß Schnee e.V.

Nun erstrahlt das Fenster wieder in voller Pracht. Zusammen mit dem Fenster aus St. Michaelis bildet es das Highlight der Groß Schneer Historischen Sammlung. 

Aufbruch in Wulften: Hermanns Scheune und Wohnhaus werden renoviert

Eingangsschild von Hermanns Scheune. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.
Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.

In Hermanns Scheune geht es zur Sache! Dem Heimat- und Geschichtsverein Wulften ist es gelungen, Fördergelder für die Sanierung der Scheune und des dazugehörigen Wohnhauses einzuwerben.

Hermanns Wohnhaus in Wulften. Foto: Kalla
Hermanns Wohnhaus. Foto: Kalla

Seit 2015 gehören die Gebäude aus dem 18. Jahrhundert dem Verein. Doch bisher war es schwierig, sie zu nutzen. In der Scheune fanden zwar regelmäßig Veranstaltungen statt, zum Beispiel Erntedank– und Adventsfeiern. Aber das Dach musste dringend erneuert werden. „Hermann“, der letzte Eigentümer, hatte Wohnhaus zuletzt in den 1970ern renoviert. Die Räume sind nur teilweise beheizbar, so dass sie im Winter kaum nutzbar sind. Schlimmer noch: einige der Ausstellungsstücke waren von Schimmelbildung bedroht.

Feierliche Übergabe des LEADER-Förderbescheids an den Vereinsvorstand im Juni 2018. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.
Feierliche Übergabe des LEADER-Förderbescheids an den Vereinsvorstand im Juni 2018. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.

Durch die Fördergelder von „LEADER“ kann nun eine Heizung eingebaut und das Dach der Scheune erneuert werden. LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das die Entwicklung ländlicher Räume unterstützen will.

Einige Aktionen können aber bereits in Hermanns Wohnhaus stattfinden. Eine „Gute Stube“, eine Küche und eine Schweineküche hat der Verein in gutem Zustand übernommen. Besonders die Schweineküche ist ein idealer Ort für Kinderaktionen. Hier sollen in häufiger Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen stattfinden.

Gerda Lange und Ulla Deppe kochen mit den Kindern Stachelbeermarmelade in der Schweinküche von Hermanns Wohnhaus. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.
Foto: Heimat- und Geschichtsverein Wulften.

Schon bald kann man das Wohnhaus auf Anfrage besichtigen! Besonders empfehlenswert ist die Sammlung an Musikinstrumenten für Hausmusik. Aber auch die Ausstellungsstücke zur Eisenbahntechnik und die kleine „Gedenkecke“ für Hermann, den letzten Eigentümer des Hauses sind einen Besuch wert!

Die Kirchenfenster der historischen Sammlung Groß Schneen – Teil 4

Kirchenfenster in der Historischen Sammlung Groß SchneenSeit Juni 2017 präsentiert der Heimatverein Groß Schneen zwei restaurierte Kirchenfenster in seiner Sammlung. Die Fenster stammen aus zwei verschiedenen Groß Schneer Kirchen. Bei dem einen Fenster handelt es sich um ein Buntglasfenster aus dem Jahr 1934 der sogenannten „Unterkirche“ St. Michaelis. Das andere ist ein handbemaltes Fenster von 1894, das aus der „Oberkirche“ St. Nikolai stammt. St. Nikolai wurde 1971 abgerissen.

Teil 4: Die Kirche, die nicht mehr ins Dorf passte – Die Geschichte der Oberkirche St. Nikolai

Luftbild von St. Nikolai in Groß Schneen, 1957.
Luftbild von St. Nikolai in Groß Schneen, 1957. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.
Umbauten und Leerstände 
Wie die St. Michaeliskirche im Unterdorf wurde auch die St. Nikolaikirche im Jahr 1262 erstmalig urkundlich erwähnt. schon seit dem 15. Jahrhundert hatte sie aber keinen eigenen Geistlichen mehr. Seitdem kümmerte sich derselbe Pfarrer um beide Groß Schneer Kirchen.

Nach einem Brand im 1650 musste St. Nikolai komplett neu errichtet werden. Doch schon 1738 konnte sie wegen großer Baufälligkeit nicht mehr besucht werden. 13 Jahre sollte es dauern, bis der Wiederaufbau aus den Steinen des abgebrochenen Amtshauses Mariengarten beginnen konnte. 1756, 5 Jahre nach dem Beginn des Wiederaufbaus im Jahr 1751 konnte der erste Gottesdienst in dem neuen, schlichten Barockbau abgehalten werden. Erst 1768 waren auch der Innenausbau und die Dekoration abgeschlossen.

Glasmalereifenster vor dem Abriss.
Glasmalereifenster vor dem Abriss. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.

Die nächste umfangreiche Instandsetzung fand in den 1890er Jahren statt. In diesem Zug ergänzte man die Kirche um ein Türmchen. Außerdem wurde ein handgemaltes Buntglasfenster in die Ostwand hinter dem Altar eingesetzt – das Fenster, das heute in der Historischen Sammlung zu sehen ist.

St. Nikolai 1971
St. Nikolai 1971. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.

 

Doch weniger als 50 Jahre später, im Jahr 1943, fand der letzte Gottesdienst in St. Nikolai statt. Schließlich entschloss man sich 1971 zum Abriss der Kirche: Sie war seit Jahren nur als Lagerraum benutzt worden, außerdem baufällig und der Platz wurde für Schulgebäude benötigt. Die Gebeine des alten Friedhofs wurden umgebettet, einige Schätze aus der Kirche entfernt. Dann rückten die Bagger an. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung blieb von der Oberkirche St. Nikolai nur noch ein Haufen Schutt.

Abriss 1971.
Abriss 1971. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.
Was blieb von St. Nikolai?

Die liturgischen Gegenstände, die Orgel, die Einrichtung und das Glasmalereifenster wurden vor dem Abriss aus der Kirche entfernt und fanden an unterschiedlichen Orten ein neues zu Hause:

Zwei Altarleuchter aus Zinn, Taufschalen, goldverzierte Kelche und Oblatendosen befinden sich heute in der Unterkirche St. Michaelis.
Die historische Denkmalorgel, 1795 von Joh. Wilh. Schmerbach (der Mittlere) erbaut und vom Patron von Hugo gestiftet, erklingt noch heute in der St. Martinikirche in Bischhausen. 

Innenraum St. Nikolai.
Innenraum St. Nikolai. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.

Der Altar, die Kanzel und auch ein Teil der Kirchenbänke wurden in die Kirche Gelliehausen eingebaut. Nach der Renovierung dieser Kirche  fanden diese Gegenstände keine Verwendung mehr. Nur das Kruzifix des Nikolaialtars versieht noch immer seinen Dienst in der Friedhofskapelle in Gelliehausen.
Ein Teil des Kirchengestühls fand eine ganz neue Bestimmung. Im Grenzdurchgangslager Friedland dienten sie den Geflüchteten im damaligen Lagerkino in der „Betreuungshalle Nr. 36“ als Kinositze.

Alte Kirchentür von St. Nikolai im Heimathaus auf dem Einzelberg.
Alte Kirchentür von St. Nikolai im Heimathaus auf dem Einzelberg. Foto: Heimatverein Groß Schneen e.V.

Die Kirchentür der abgerissenen St. Nikolaikirche wurde als Eingangstür in das Haus des Heimatvereins auf dem Einzelberg eingebaut. Durch die ehemals auf der Nordseite der Kirche eingebaute Tür betritt man heute die Räume der Historischen Sammlung.
Hier zeigt der Verein auch weitere Überreste der Kirche, darunter die Wetterfahne mit Dokumentenkugel und der Taufbeckenständer. Und endlich fand im August 2017 nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten auch das Glasmalereifenster seinen Platz in der Sammlung.

Text: Charlotte Kalla, Landschaftsverband Südniedersachsen e.V.; Gudrun Blank-Vollmer, Groß Schneen